Gedicht zum Thema Internet und Email – Text Oiner isch emmer der Arsch von Schwoissfuss

Gedichte
..das liebe Internet

Das liebe Internet

Jeden Tag kommen E-Mails Von der ganzen Welt.
Keines von den Briefchen hab ich je bestellt.

Ein E-Mail kommt aus Indien Da sitzt ein schlauer Nerd
Der will was programmieren Was mir schon immer fehlt

Wie ich länger errigiere Was ich bei Fusspilz brauch
Das kommt alles elektronisch Da steh ich auf dem Schauch

Woher die nur wissen, wie es um mich steht
Auch ein Kredit wird angeboten, der ohne Schufa geht.

Ich bin nur am löschen, das Postfach quillt bald über
Behaltet eure E-Mails, sonst komm ich durch die Leitung rüber.

Ich hab gewonnen – wo? Ich hab gar nicht gespielt
Doch – den Hauptgewinn – Den hab ich kassiert ?

Ja wirklich, da ist nur Kleinigkeit –
Wir brauchen ein paar Euro – Dann wird der Gewinn Dir zugeteilt

Der Betrug ist Standard – Im großen weiten Web
Du bleibst da ganz leicht hängen Und bist dann nur der Depp.

Bei Twitter wird gelogen Dass sich die Balken biegen
Da tobt ein alter Rotschopf- der träumt nur noch vom Siegen

Dann gibt’s noch die Influenzer, selbsternannte Weise
Die fühlen sich allmächtig, und glauben an die eigene Scheisse

,

Oiner isch emmer dr Arsch


Eine alte schwäbische Weisheit wurde

1970 schon besungen
Ein Hit von Schwoissfuss

In den Siebziger Jahren
der war sehr gut gelungen


Oinr isch emmer dr erschde,
dr erschde wo alles brengt
Hot emmer de beschde Sprich druff,

ond noch Whisky ond Weiber stenkt
Die andere, die schleiched om an rom,

mit Lederjacka ond so
Ond henda druff, alle gleich,

dr Bebber von Status Quo
Ond wer koin Bock hod auf Rocknroll

ond liabr midm Fahrrad fährd
Ond wer koi Geld griagt von dahoim,

der isch für die andre nix wert

Oinr isch emmer dr Arsch,

ond er woiß id mol warom
Oiner bleibt emmer übrig

ond koiner schert sich drom

Frieher saged’se, do war des so,

de Kerle dia reißed auf
Ond die Mädla hogged do, ond wadet bloß,

ond schiabed sRöckle nauf
Du moisch, des isch heit andersch?

Mir hand jo Emanzipation
Noch guggesch mol rom, ond noch woisches,

des isch da reinschde Hohn
De gaile Böck, dia hand a Freindin, de Brave,

dia gugged blöd
De oine dia siehsch en dr Disco, de andere dia wixed em Bett

Oinr isch emmer dr Arsch, ond er woiß id mol warom
Oiner bleibt emmer übrig ond koiner schert sich drom

De Starke wered stärker,

de Schwache verrecked bald
Dia send vrlora ond vrkauft –

dr Depp vom Dorf wo s nemme schnallt
Ond was bisch du für oiner –

baß auf i sag drs bloß?
Die andre send ganz schee clever.

Schlof bloß id ei, jetz gods noch los
Der Guru en Indien, der reizt de doch,

ond Elvis isch au no id dot
Ond der Punker mit seim Nasareng –

des wär doch was zur Not

Oinr isch emmer dr Arsch,

ond er woiß id mol warom
Oiner bleibt emmer übrig

ond koiner schert sich drom
Schwoissfuass – Alexander Köberlein /André Schnisa